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Mangelware Erdgas: Jetzt Energie sparen!

Gemeinsame Aktion der Versorger in Stadt und Kreis Offenbach / „Verbrauch muss sinken“

Mit einer gemeinsamen Werbeaktion rufen die Versorger in Stadt und Kreis Offenbach alle Verbraucher zum Energiesparen auf. Sie reagieren damit auf die stark gedrosselten Erdgas-Lieferungen aus Russland. An der Initiative der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) beteiligen sich die MAINGAU Energie aus Obertshausen sowie die Energieversorgung Dietzenbach und die Stadtwerke Dreieich, Langen, Neu-Isenburg und Rodgau.

Nach Worten des EVO-Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Meier sendet die Bundesregierung das klare Signal an alle Gasverbraucherinnen und Gasverbraucher von der Industrie bis zu den privaten Haushalten, dass dringend Erdgas eingespart werden muss. „Die Lage ist ernst. Aber sind können selbst handeln. Wir sind der Situation nicht hilflos ausgeliefert“, urteilt der Vorstandschef der EVO. „Es liegt in unserer Hand:  Der Verbrauch muss sinken, damit wir alle sicher durch Herbst und Winter kommen.“

„Jeder sollte mithelfen: Vom Industrieunternehmen bis zum einzelnen Bürger. In fast jedem Haushalt gibt es noch Möglichkeiten Energie einzusparen. Das dient nicht nur der Versorgungsicherheit, sondern schützt das Klima und entlastet das Portemonnaie“, ergänzt Richard Schmitz, Geschäftsführer der MAINGAU Energie.

Für Thomas Vollmuth, Geschäftsführer der Energieversorgung Dietzenbach, ist ein ruhiger Blick auf das Thema Versorgungssicherheit entscheidend. „Es ist kein Geheimnis, dass die Situation angespannt ist. Aber Panik oder Schwarzsehen hilft uns da nicht weiter. Viel wichtiger ist, dass wir alle – ungeachtet der Frage, wie voll die Erdgasspeicher sind – beginnen, Wärme und Energie zu sparen. Und zwar jetzt.“ Dazu, so Vollmuth, könne jeder seinen Teil beitragen, indem er bei sich – sei es privat oder im Unternehmen – ganz konkret anfange.

Die beteiligten Versorger lassen keine Zweifel daran, dass sich alle Verbraucher wegen des Kriegs in der Ukraine und der Drosselung der Lieferungen auf massiv steigende Preise einstellen müssten. So habe der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, vor einigen Tagen von der Möglichkeit einer Verdreifachung der Handelspreise für Erdgas gesprochen.

41 Millionen Haushalte in Deutschland verbrauchen jährlich rund 670 Terawattstunden Energie für Wärme und Strom. Dazu kommen weitere 1000 Terawattstunden Energieverbrauch pro Jahr bei Industrie, Gewerbe, Handel und im Dienstleistungsbereich. Eine Terawattstunde sind eine Milliarde Kilowattstunden. Eine große Zahl, die sich mit vielen kleinen Energiespartipps deutlich senken lässt. In der Mietwohnung, im Eigenheim, der Kommune oder dem Verein und bei Unternehmen gibt es viele Energiespar-Möglichkeiten.

„Dazu gehören auch kleine Dinge im Alltag – wie das Senken der Raumtemperatur oder die Dauer des Duschens“, hebt Kirk Reineke hervor, Geschäftsführer der Stadtwerke Neu-Isenburg. Insbesondere im kommenden Winter sollten Haushalte auch noch stärker auf ihr Heizverhalten achten. Als Faustformel gelte: „Durch einen Grad weniger Raumtemperatur lässt sich der Gasverbrauch um sechs Prozent reduzieren“, sagt Reineke weiter.

„67 Prozent unseres Energieverbrauchs im Haushalt benötigen wir fürs Heizen. Die größten Einsparpotenziale bestehen also hierbei und beim Verbrauch von Warmwasser. „Ich bin mir sicher, dass wir unser individuelles Verhalten ändern können. Und das ist jetzt auch notwendig“, urteilt Uwe Linder, Geschäftsführer der Stadtwerke Langen.

Einiges hilft auch aktuell schon, wie Steffen Arta berichtet, Geschäftsführer der Stadtwerke Dreieich. Denn Wasser zu erhitzen, verbrauche viel Energie. Mit einfachen Tricks lasse sich hier sparen: „Wassersparende Duschköpfe haben einen kleineren Kopf und bündeln das Wasser. So verbrauchen sie weniger als der reguläre Duschkopf oder gar eine Regendusche. Oft haben sie einen Durchflussbegrenzer gleich miteingebaut“, führt Arta aus. Das sei eine saubere Sache – die bis zu 30 Prozent Warmwasserkosten spare.

Leicht Energie sparen kann man nach Worten von Markus Ebel-Waldmann, dem Geschäftsführer der Stadtwerke Rodgau, auch bei großen Haushaltsgeräten und bei der Unterhaltungselektronik. Dabei seien Informationstechnik, TV und Audio mit 28 Prozent sowie Waschen und Trocknen mit 14 Prozent die größten Energiefresser, rechnet Ebel-Waldmann vor.

„Der günstigste und effizienteste Beitrag hin zu mehr Unabhängigkeit in der Energieversorgung ist weniger Energieverbrauch. Es handelt sich um eine große gemeinsame Aufgabe, bei der Politik, Industrie, Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher mithelfen können, damit es gelingt“, schließt der EVO-Vorstandsvorsitzende Dr. Meier die Runde.

Die gemeinsame Energiespar-Kampagne der Versorger in Stadt und Kreis Offenbach beginnt an diesem Wochenende – im Internet, auf Facebook, Instagram und Newslettern. Als Werbeträger unterstützen die Kampagne unter anderem der Offenbacher Kinomacher Daniel Brettschneider, Brauereichef Robert Glaab aus Seligenstadt, die NABU-Blühwiesenexpertin Doris Lerch aus Rödermark, die Unternehmerin Kirsten Schoder-Steinmüller, JSK-Rodgau-Vorsitzender Lothar Mark und OFC-Präsident Joachim Wagner.